Satte Bläsersounds von Swing bis Klassik Drucken

vom 23.05.2006; Neustadt-Echo

Jugendblasorchester Halle glänzt durch Vielseitigkeit

Wo die Mädchen und Jungen des Jugendblasorchesters Halle ihre Notenpulte aufbauen, können sie sich eines aufmerksamen Publikums sicher sein. Betagte Zuhörer wiegen sich im Takt von Marsch- und Palkarhythmen ebenso wie jüngere Musikliebhaber beim Swing eines Glenn-Miller-Medleys und den rockigen Riffs eines "Queen"-Hits. Kaum eine musikalische Stilrichtung ist den mehr als hundert Musikern um Dirigent Enrico Rummel fremd. Vielseitigkeit ist vielleicht das herausragendste Merkmal dieser erfolgreichen Bigband.

"Unser Repertoire reicht von traditioneller Blasmusik über Filmmusiken bis hin zu Klassik-Adaptionen", erzählt der 33-jährige Orchesterleiter. Schließlich solle die Musik sowohl Publikum als auchdie jungen Musiker selbst begeistern. Ein wichtiges Anliegen des rchesters ist neben niveauvoller Unterhaltung die Integration von Kindern und Jugendlichen in ein Ensemble. Viele junge Hallenser, zum Teil auch aus sozial schwachen Familien haben in dem Orchester eine zweite Heimat und einen neuen Freundeskreis gefunden.

Zudem wird ihnen hier das Erlernen eines Instruments zu günstigen Konditionen ermöglicht. "Wir stellen gegen eine geringe Leihgebühr Instrumente zur Verfügung und organisieren einen wöchentlichen Einzelunterricht mit erfahrenen erufsmusikern vom Opernhaus und Konservatorium," erläutert Enrico Rummel.

Möglich sei dies vor allem durch das große Engagement zahlreicher Sponsoren, die Kosten für Instrumente, Bekleidung, Auftrittsreisen, ja zum Teil auch für die Ausbildung übernehmen. Einen Beitrag zum Budget erspielen sich die Sechs- bis Zehnklässler bei ihren Auftritten auch selbst - für die Orchesterkasse.

Doch dafür muss emsig geprobt werden. Jeden Montag treffen sich die Musiker zur Orchesterprobe in der Wilhelm von Humboldt-Schule im Sanddornweg. Besonders effizien wird die Probenarbeit dann einmal jährlich im Übungslager in Straußberg. Praxiserfahrungen sammeln die Musiker darüber hinaus bei Dorffesten und Kaufhausveranstaltungen ebenso wie bei großen Auftritten im "Steintor" und in "Ferropolis". "Dieses Jahr", so verrät Orchesterleite Enrico Rummel, "soll es auch wieder ins Ausland gehen." Vom 20. bis 24. Juli führt die Abschlussfahrt das Orchester nach Italien an den Gardasee und nach Verona.

Nach dieser Fahrt scheiden wieder einige Musiker aus dem Ensemble aus. Die Schulabgänger hinterlassen in jedem Jahr Lücken in der Besetzung, die nicht eben leicht zu schließen sind. Interessenten bietet das Jugendblasorchester Schnupperkurse mit sechswöchiger Theorieausbildung und achtwöchigem Instrumentalunterricht an.

Pressefoto

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